Diss: Axel Kühn: Alexander Neill
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Leiston

Im Herbst 1927 mußte die Schule umziehen. Neill beschreibt, wie er das Schulgebäude in Leiston fand: "I did not regret the ending of the lease. I bought an old round-nose Morris Cowley and set off along the south coast to find a house. I saw some beauties going for around 20,000. Than I came along the east coast and the Leiston house was last on my list. The prize was only 3250 and we bought it on a mortgage. " [NEILL in: Id-Magazine Dez. /1960, S. 4; vgl. auch CROALL 1983b, S. 176; sowie NEILL in: CROALL 1983a, 45; und NEILL 1972, S. 154; und KRUYTBOSCH in: FOST-Journal, Issue 8 (1993), S. 20]

Das neue Schulgebäude war ein großes viktorianisches Haus, das - bevor Neill es übernahm - eine Mädchenschule beherbergt und den Namen Newhaven getragen hatte [vgl. NEILL 1972, S. 154]. Das zugehörige große Grundstück war mit weiteren einzelstehenden Gebäuden bebaut, bot jedoch auch weite freie Flächen, einen Ententeich und Kiespfade. [15] Aufgrund der beschränkten finanziellen Möglichkeiten mußten Neill und seine Frau viel improvisieren. So wurden beispielsweise ausgediente Eisenbahnwaggons vom nahegelegenen Bahnhof herbeigeschafft, um Schlafplätze für die älteren Jungen zu schaffen, ein Squash-Court wurde mit Hilfe alter Kinobänke zu einem Theater ausgebaut, in dem jeden Sonntagabend "spontanes Schauspielen" realisiert wurde [zur Theaterarbeit in Summerhill vgl. NEILL in: TES 30. 12. 1966, S. 1552; vgl. auch SNITZER 1964, S. 131ff; sowie POPENOE 1971, S. 56ff; und SEGEFJORD 1968, S. 133ff], und als Bestuhlung des Lehrerzimmers mußten Autositze vom Schrottplatz herhalten [vgl. NEILL 1937, S. 90, 104; vgl. auch CROALL 1983b, S. 176f]. Im Chemieunterricht experimentierten ältere Schüler unter der Anleitung von George Corkhill mit der Herstellung von Sprengstoff, mit dessen Hilfe ein lästiger Baumstumpf mitten auf dem Hockey-Feld gesprengt werden sollte. Eine Explosion im Chemiesaal brachte alle Beteiligten von dieser Methode ab, und mit Hilfe umfangreicher Grabungsarbeiten und eines Traktors wurde der Baumstumpf schließlich auf herkömmliche Art entfernt [vgl. ANSCOMBE in: FOST-Journal Issue 7 (1992), S. 12]. Das flache Gelände an der englischen Ostküste hielt Neill nicht davon ab, für die neue Schule den mittlerweile gewohnten Namen "Summerhill" zu übernehmen. Später schrieb er dazu: "In den 45 Jahren seither hat mich noch nicht ein einziger Besucher nach dem Grund des Namens gefragt, obwohl die Umgebung doch völlig eben ist. " [NEILL 1972, S. 154; vgl. auch NEILL 1967, S. 81]

Zum Zeitpunkt des Umzugs hatte die Schule 31 Schülerinnen und Schüler; bis 1934 sollte die Anzahl sich auf 70 erhöhen [vgl. HEMMINGS 1972, S. 60; vgl. auch CROALL 1983b, S. 46; sowie NEILL in: New Era 10(1929), S. 72].

Im Jahre 1929 fand eine Konferenz im dänischen Helsingör statt, die von Beatrice Ensor im Auftrag der "New Education Fellowship" organisiert worden war. Das Leitthema der Konferenz lautete "Die neue Psychologie und der Lehrplan" [vgl. KARSEN in: Pädagogisches Zentralblatt 9(1929), S. 593]. Der Tagungsort der Konferenz war das Hamlet-Schloß Kronborg [vgl. Teilnehmerliste der Weltkonferenz in: Das werdende Zeitalter, 7(1928), S. 468]. Neill nahm an dieser bis dahin größten internationalen Erziehungskonferenz teil und hielt einen der insgesamt 250 Vorträge. Er übernahm die Leitung einer Diskussionsgruppe mit dem Namen "The Problem Child". Unter den 2000 Menschen aus 43 Ländern, die an dieser Konferenz teilnahmen, befanden sich Maria Montessori sowie Helen Parkhurst. Die Diskussion der Montessori-Methode und des durch sie angeregten Dalton-Planes der Amerikanerin Helen Parkhurst aus dem Jahr 1920 standen im Mittelpunkt der Konferenz. Neill traf erneut Franz Cizek, den er bereits 1921 in Salzburg kennengelernt hatte [vgl. RIETZ in: Die Neue Erziehung 11(1929), H. 10, S. 805f], und Christine Baer, die in Hellerau neben seiner Schule die Rhythmik-Abteilung geleitet hatte. Weitere namhafte anwesende Pädagogen waren Ovide Decroly, Adolphe Ferrière [16], Elisabeth Rotten, Oskar Pfister, Jean Piaget sowie der indische Dichter, Philosoph und Schulgründer Rabindranath Tagore und Paul Geheeb [vgl. Teilnehmerliste der Weltkonferenz in: Das werdende Zeitalter, 7(1928), S. 468; vgl. auch CROALL 1983b, S. 228; sowie KARSEN in: Pädagogisches Zentralblatt 9(1929), S. 594ff].

Konflikte zwischen Neill und der "New Education Fellowship", deren Organ "The New Era" Neill Anfang der zwanziger Jahre mitherausgegeben hatte, hatte es häufiger gegeben. Damals hatte Neill seinen Posten als Mitherausgeber aufgrund einer Auseinandersetzung mit Beatrice Ensor, seiner damaligen Kollegin im Amt, verloren [vgl. NEILL in: New Era 4(1923), S. 128; vgl. auch ENSOR ebd. , S. 127; sowie SKIDELSKY 1969, S. 131]. 1931 unterzeichnete er daher eher widerwillig eine Denkschrift mit dem Titel "Committee of Private Schools" der "New Education Fellowship" [vgl. NEILL in: CROALL 1983a, S. 5]. Darin ging es um die drohende Einführung von Schulinspektionen an Privatschulen. "Knowing that inspection is bound to come anyway I thought it as well to join the crowd for once" [NEILL in: CROALL 1983a, S. 5], schrieb er an Bertrand Russell. 1932 ließ er seinem Ärger über die Fellowship freien Lauf, als er erfuhr, daß eine neue Unterabteilung der Organisation, die die progressiven Schulen fördern sollte, Eltern einzelne Schulen bevorzugt empfahl [vgl. NEILL in: CROALL 1983a, S. 8, vgl. auch CROALL 1983b, S. 164ff; sowie NEILL 1939, S. 142f]. Summerhill war nicht unter diesen empfohlenen progressiven Bildungseinrichtungen.

& The Problem Parent 1932

Im Jahr 1932 wurde Neills zweites Buch der "Problem"-Reihe, The Problem Parent, veröffentlicht. Neill versuchte in diesem Buch, sein Hauptinteresse auf die Eltern zu fokussieren. "I know of no other writer who can wander from the point as easily as I do" [NEILL 1932, S. 226], schreibt er darin jedoch stolz, während er beispielsweise zum wiederholten Mal kundtut, daß es ein Fehler von ihm gewesen sei, in Summerhill Kinder mit angeborenen oder erworbenen Hirnschäden in der Hoffnung aufzunehmen, sie durch psychologische Beeinflussung heilen zu können [vgl. NEILL 1932, S. 207; vgl. auch NEILL 1926, S. 259f; sowie NEILL 1972, S. 154]. Bei der Lektüre dieses und der in den folgenden Jahren geschriebenen Bücher wird angesichts der vielen Wiederholungen deutlich, daß Neill seine vorhergehenden Bücher nie wieder durchgesehen hat, wenn er sich an die Abfassung eines weiteren Buches machte. Er schrieb später dazu: "Seine eigenen Bücher zu lesen ist eine Tortur, und ich kann mich einfach nicht entschließen nachzulesen, was ich alles schon geschrieben habe. " [NEILL 1967, S. 9] Neills Erziehungsideen werden in diesem Buch durch keine neuen Aspekte erweitert. Statt dessen bekommen sie einen neuen Namen: in The Problem Parent wird Neills Erziehungskonzept erstmals als "Summerhill-methods" [NEILL 1932, S. 57] bezeichnet. Neill bat Bertrand Russell, das Manuskript des Buches zu lesen. Dieser forderte ihn auf, die Problematik streitender Eltern mehr in den Vordergrund zu rücken [vgl. NEILL 1932, S. 208]. Im übrigen ging Neill mit den Eltern sehr hart ins Gericht. Es seien die heimlich unglücklichen Ehen, die Problemkinder produzierten, wie im übrigen Unehrlichkeit seitens der Eltern stets zu Neurosen bei Kindern führe. Aufgezwungene Religiösität und die Forderung von Liebesbezeugungen von Kindern führten zu Schäden an der kindlichen Psyche [vgl. CROALL 1983b, S. 168; vgl. auch HEMMINGS 1972, S. 98].

Während der dreißiger Jahre unternahm Neill ausgedehnte Vortragsreisen innerhalb Englands, aber auch nach Norwegen und Schweden [vgl. CROALL 1983b, S. 229]. Die Popularität, die Summerhill mit Neills Büchern und durch seine Vortragsreisen gewann, hatte bereits im Januar 1932 dazu geführt, daß eine Warteliste für die Aufnahme in Summerhill eingeführt werden mußte [vgl. NEILL in: CROALL 1983a, S. 7].

Der Verkaufserfolg von Neills Büchern war bemerkenswert und nicht zuletzt auf den Umstand zurückzuführen, daß der Autor in seinen "Problem"-Büchern den humoristischen Schreibstil der "Dominie"-Reihe abgelegt hatte. Zwar sind einzelne erheiternde Episoden auch in diesen Büchern anzutreffen, die Texte sind jedoch von Neills Bemühen geprägt, seiner erfolgreichen Erziehungspraxis eine einleuchtende Theorie zur Seite zu stellen [vgl. WELLS 1985, S. 28].

& Is Scotland Educated? 1936

1936 erschien ein weiteres Buch Neills, das aus der Reihe der "Problem"-Bücher ausscherte. Is Scotland Educated? war Teil einer Reihe des Verlags Routledge & Sons, die sich mit schottischen Themen auseinandersetzte [CROALL 1983b, S. 227; HEMMINGS 1972, S. 122]. In diesem Buch rechnete Neill mit seiner schottischen Erziehung ab, nicht ohne beschwichtigende Worte für seine schottischen Landsleute anzufügen. Gleichwohl gemahnte er sich und die Leserinnen und Leser mehrfach, wahrzunehmen, daß er eigentlich unqualifiziert sei, dieses Buch zu verfassen, weil er keinen Überblick über die gegenwärtige Situation in Schottland habe [vgl. NEILL 1936, S. 1, 2, 22, 25, 72]. So kommt es, daß die Schrift eigentlich ein Vergleich zwischen alten schottischen Erziehungsstrukturen, die wohl noch existent waren (die Prügelstrafe an schottischen Schule wurde erst 1982 abgeschafft[17] [vgl. H. MacKENZIE im Vorwort der Ausgabe 1986 von NEILL 1915, S. 4; vgl. auch WELLS 1985, S. 80; sowie NEILL 1972, S. 192, 260]), und Neills Schule in Ostengland wurde. Stolz berichtete er, daß er gegenwärtig 26 Angestellte habe [vgl. NEILL 1936, S. 134] und daß seine Vorträge in Oslo und Stockholm mit wesentlich mehr Wohlwollen aufgenommen würden als die in Aberdeen und Edinburgh [vgl. NEILL 1936, S. 158]. Schließlich fügte er seinem eigenen Buch noch eine Rezension bei, in der er selbst die Kritik zu diesem Werk formulierte: "The author says what he means and says it clearly, even when what he means means nothing at all. " [NEILL 1936, S. 192]

Neill muß 1936 auf einer Reise durch Deutschland in Berlin-Tempelhof eine Rede Hitlers gehört haben. An mehreren Stellen erwähnt er diese Begebenheit [vgl. NEILL 1949, S. 11; 1953, S. 75; 1967, S. 121], und in seiner Autobiographie berichtet er von einer Begegnung mit einem Trupp SS-Männern in Hannover, bei der er nicht die Hand zum Hitlergruß hob: "Zwei Berittene kamen auf mich zu, und ich zitterte, denn nicht lange zuvor hatte mein Freund Geoffrey Cox, heute Sir Geoffrey, in Berlin ein ähnliches Erlebnis gehabt, und sein Paß hatte ihn nicht davor bewahrt, zusammengeschlagen zu werden. Hastig zeigte ich den beiden Berittenen meinen Paß. Sie zögerten und zogen dann weiter. Ich flüchtete mich sofort in den sicheren Bahnhofswartesaal. " [NEILL 1972, S. 148] Weder der bereits in der Hellerauer Zeit deutliche Antisemitismus noch die Herrschaft des Nationalsozialismus führten bei Neill zu einer pauschalen Verurteilung der Deutschen. Seine positiven Erinnerungen an Deutschland überwogen in seiner Darstellung stets gegenüber den zeitgeschichtlichen Ereignissen. Er und seine Frau handelten konkret, wenn es um Hilfe für bedrängte Menschen ging. Ende der dreißiger Jahre beherbergte Summerhill Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich. Neill versuchte, Bekannte aus der Zeit in Hellerau an andere Schulen zu vermitteln und versah einzelne, wie zum Beispiel Ilse Rolfe, mit Anstellungsurkunden, damit sie aus Deutschland ausreisen konnten [vgl. CROALL 1983b, S. 246; vgl. auch NEILL in: CROALL 1983a, S. 56]. Neill sympathisierte mit den Aktivistinnen und Aktivisten im spanischen Bürgerkrieg, deren Kontrahent General Franco schließlich mit Hilfe Hitlers und Mussolinis gewann. Benefizveranstaltungen fanden in der Schule statt, um die Spanienflüchtlinge zu versorgen, und einzelne Flüchtlingskinder wurden kostenfrei aufgenommen [vgl. CROALL 1983b, S. 247f]. In seinen Büchern bezog Neill häufig Stellung zu den Geschehnissen in Spanien und kritisierte die englische Regierung, die den spanischen Republikanern aus Neutralitätsgründen keine Waffen liefern wollte: "The real basic reason was that our ruling class (who form the State) were emotionally on the side of Franco. " [NEILL 1939, S. 25; vgl. auch S. 13, 94, 111; sowie NEILL 1945, S. 121, 151]

Eine Reise nach Südafrika kam auf Einladung der "Transvaal Teachers Association" zustande, die Neill eine Schiffsüberfahrt in der ersten Klasse finanzierte; Neill konnte sich jedoch während der langen Fahrt mit den Snobs in seiner Umgebung nicht anfreunden. Er schrieb: "One of my hopes on this voyage to South Africa was that not a soul on board would know my name" [NEILL 1937, S. 107].

& That Dreadful School 1937

Die Anonymität ermöglichte es ihm, während der Reise ein weiteres Projekt in Angriff zu nehmen. Er schrieb später in seiner Autobiographie: "Auf meiner Reise nach Südafrika fühlte ich mich von meinen Mitreisenden so isoliert, daß ich in meiner Kabine blieb und ein Buch schrieb - That Dreadful School. " [NEILL 1972, S. 343] Er bezieht sich in dem 1937 erschienenen Buch immer wieder auf die Reisesituation und beschreibt seine Ablehnung gegenüber den "höheren" Schichten. Im übrigen stellte das Buch eine Vorbereitung auf die zahllosen Vorträge dar, die Neill in Südafrika halten sollte. Erstmals schrieb er zusammenhängend seine Erziehungsphilosophie nieder. Deshalb bekam das Buch auch einen provokativen Titel, der sich deutlich abhob von den als Reihe konzipierten Titeln der übrigen in diesen Jahren entstehenden Bücher, den "Problem"-Büchern [vgl. hierzu auch: CROALL 1983b, S. 177]. Ursprünglich war dem Autor kein passender Titel eingefallen, und nach der Reise wurde ein Wettbewerb in Summerhill veranstaltet, den eine der Hausmütter mit ihrem Vorschlag gewann [vgl. CROALL 1983b, S. 177] [18].

Während Neills Aufenthalt in Südafrika hielt er zahlreiche Vorträge in unterschiedlichen Teilen des Landes. Sie waren sehr gut besucht [NEILL 1972, S. 289]. Als Anhang in That Dreadful School sind die Fragen angefügt, die Neill am häufigsten im Anschluß an die Vorträge gestellt wurden. So wird deutlich, daß insbesondere seine ablehnende Haltung der Kirche gegenüber immer wieder auf starke Gegenwehr stieß. Neill entwickelte den Plan, eine Zweigschule Summerhills in Südafrika zu gründen. Einige reiche Geschäftsleute hatten ihm angeboten, die Gründung in Kroonstad zu finanzieren [vgl. NEILL in: CROALL 1983a, S. 50; vgl. auch CROALL 1983b, S. 226f]. Die religiösen Kreise im Land machten diese Idee jedoch unausführbar [vgl. CROALL 1983b, S. 223ff]. Es entwickelten sich hitzige Debatten über Neills antireligiöse Haltung sowohl im Anschluß an Neills Vorträge als auch in den südafrikanischen Zeitungen. Im "South African Sunday Express" wurde von einer Stellungnahme berichtet, die von vierzehn Pastoren und zwei Missionaren der Holländischen Reformierten Kirche unterzeichnet worden war und in der Neill vorgeworfen wurde, er habe gesagt: "God is but a person like myself. " und "Christ's love was so great that he could not believe in sin. " [South African Sunday Express zitiert in: NEILL 1937, S. 125] "I never said God was a person like myself: what I said was that to me God was the deep unconscious in man, the good life force that was perverted by the moralists. I never mocked Christ. When I asked an audience if it could even imagine Jesus beating a child, someone asked me what I made of his scourging the money-lenders in the Temple. I replied that the incident made Jesus human and therefore more loveable. " [NEILL 1937, S. 126] Diese Pressekampagne führte dazu, daß einzelne Veranstalter bereits organisierte Vorträge wieder absagten [vgl. CROALL 1983b, S. 224]. Neills Äußerungen gegen die Apartheidspolitik haben offensichtlich viel weniger Staub aufgewirbelt als seine Kritik des dort und anderswo praktizierten Christentums [vgl. hierzu auch HOYLES 1952, S. 182]. Über die Rassenpolitik der südafrikanischen Regierung schrieb er: "In meinen Augen war sie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, aber einige Professoren und Lehrer, denen ich dort begegnete, hielten die Apartheid für ein geeignetes und notwendiges System. " [NEILL 1972, S. 244]



Fußnoten:

[15] Ein Lageplan aus dem Jahr 1990 ist auf S. 92 dieser Arbeit abgedruckt.

[16] Adolphe FERRIÈRE hatte NEILL in seinem 1922 erschienenen Buch L'École Active, das einen Überblick über die damalige Reformbewegung auf internationaler Ebene gab [vgl. Röhrs 1982, S. 383], erstmalig einen Theoretiker der "anti-autoritären" Erziehung genannt [vgl. FERRIÈRE 1922, S. 381].

[17] Im Nov. 2001 wurde eine Rüge des europäischen Menschenrechtsgerichtshofs abgewiesen: britische Eltern dürfen nach wie vor ihre Kinder schlagen. Die Regierung hat das Recht auf "vernünftige Züchtigung" verteidigt [Tagesschau 08.11.2001].

[18] In der Schweiz erschien das Buch 1950 unter dem Titel "Selbstverwaltung in der Schule" als erste deutschsprachige Übersetzung eines Buches von Neill.



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